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Startschuss für Nachwuchssanitäter

Integrierte Gesamtschule Stade führt Schulsanitätsdienst ein – Unterstützung und Ausbildung durch Malteser Hilfsdienst Buxtehude

Von Sophia Ahrens

STADE. Der Anfang ist gemacht: Mit einer Einführungseinheit in Erster Hilfe startete an der Integrierten Gesamtschule Stade (IGS) der Schulsanitätsdienst. Die Schüler bekommen mit Unterstützung des Malteser Hilfsdienstes Buxtehude die Möglichkeit, sich als zertifizierte Ersthelfer ausbilden zu lassen.

Als der große Koffer aufgeht und Erste-Hilfe-Puppe Anne zum Vorschein kommt, ist den Schülern der IGS Stade die Begeisterung anzusehen. Anne ist natürlich die Attraktion der zahlreichen Arbeits-Materialien, denen die angehenden Ersthelfer in ihrer Ausbildung begegnen. „Ich hoffe, von euch heißt niemand Anne“, scherzt Martin Neuhaus, der den Kursus gemeinsam mit seiner Kollegin Anne Vollmers leitet. Für die Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes Buxtehude ist die IGS in Stade nun die vierte Schule, die sie im Rahmen des Schulsanitätsdienstes betreuen.

Aus fast 30 schriftlichen Bewerbungen von Schülern der Jahrgänge sieben und acht wurden 16 ausgewählt, um an der Arbeitsgemeinschaft Schulsanitätsdienst teilzunehmen. Die Motivationen waren dabei ganz unterschiedlich ausgelegt. „Ich will Tierarzt werden oder in der Medizin arbeiten. So kann ich mich vorbereiten“, berichtet Tom Wolf (12) von seinen Zukunftsplänen. Bei Fabienne Raabe (12) dagegen kam der Anreiz aus der Familie: „Meine Tante hat so etwas gemacht und viel davon erzählt. Das fand ich spannend.“ Auch die Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr war einer der Beweggründe in der Gruppe.

Initiiert wurde das Projekt von Sportlehrer Karsten Goly und seinem Kollegen Ralph Beerling. Sie ließen in diesem Schuljahr wieder aufleben, was es in ähnlicher Form in der Vergangenheit schon einmal gegeben hatte. „Die Haupt- und Realschule Hohenwedel hatte schon eine Art Sanitätsdienst. Wir haben leider verpasst, das direkt zu übernehmen“, erzählt Goly über die Zeit vor der Übernahme durch die IGS. Nun wird die Aktion im Rahmen einer AG mit Unterstützung der Malteser eingeführt.

AG wird nach der Ausbildung weitergeführt

Die Ausbildung der Schüler erfolgt wöchentlich durch Neuhaus und Vollmers. Beerling und Goly begleiten die Schüler dabei. In insgesamt 45 Unterrichtseinheiten wird den Kindern vom Anruf bei der Notfallzentrale bis zum Anlegen von Verbänden alles beigebracht, was man als Ersthelfer benötigt. Nach einem abschließenden Test bekommen die Teilnehmer ein Zertifikat. „Keine Angst. Das haben bis jetzt alle geschafft, die angetreten sind“, beruhigt Neuhaus die Schüler. In der Folgezeit können sie an der Schule als Ersthelfer tätig werden. Die AG wird auch nach der Ausbildung weitergeführt. Schichtpläne sollen von den Schulsanitätern selbstständig organisiert werden. Zudem kostet es viel Zeit, die vorhandene Ausrüstung zu kontrollieren. Der Notfallrucksack wird in Zukunft durch die Ersthelfer selbst gepackt, damit jeder weiß, wo er die benötigten Materialien findet. Bei Notfällen betreuen und begleiten die Teilnehmer dann ihre Mitschüler.

„Schüler sind für Schüler oft eine andere Bezugsperson als Lehrer. Sie kennen sich besser“, erläutert Sportlehrer Karsten Goly den Gedanken hinter dem Projekt. Die Schulsanitäter sind zum Beispiel zertifiziert, den Unfall zu melden oder das Opfer zu betreuen, bis Eltern oder Rettungswagen anwesend sind. Das Projekt existiert in dieser Form bereits am Schulzentrum Süd, der Realschule Neu Wulmstorf und der Schule am Auetal in Ahlerstedt.

Um die Aktion auch in Zukunft zu fördern, sind die Schüler des siebten und achten Jahrgangs im passenden Alter. Sie befinden sich im Idealfall noch ein paar Jahre an der Schule, um zukünftige Jahrgänge zu begleiten. In zwei Jahren soll es die AG erneut geben. „Vielleicht nehmen die alten Hasen dann ein paar Jüngere an die Hand“, hofft Goly mit Blick auf die langfristige Planung.

Gemeinsam mit Ralph Beerling ist er von nun an Ersthelferbeauftragter der IGS. Da das Projekt für die Schüler kostenlos ist, muss es über Spendengelder finanziert werden. Die Initiatoren hoffen, dass sie den Förderverein und externe Kontakte mit ins Boot holen könne, so Karsten Goly. Die wachsende IGS will auch in den kommenden Jahren für eine zertifizierte Erste-Hilfe-Versorgung bereitstehen.

Stader Tageblatt, 31.08.17

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