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Wider das Vergessen — wider das Verdrängen — wider das Verharmlosen

Im Ok­to­ber be­such­ten alle Klas­sen des 10. Jahr­gan­ges die Ge­denk­stät­te La­ger Sand­bos­tel. Wäh­rend des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Re­gimes wur­de 1939 in der Nähe des Dor­fes Sand­bos­tel ein La­ger für Kriegs­ge­fan­ge­ne er­rich­tet. In den Jah­ren bis 1945 durch­lie­fen über 300.000 Ge­fan­ge­ne das La­ger. Be­son­ders Ge­fan­ge­ne aus der So­wjet­uni­on wur­den un­ter un­mensch­lichs­ten Be­din­gun­gen ge­hal­ten. Sie ka­men zu Tau­sen­den ums Le­ben und wur­den in Mas­sen­grä­bern ver­scharrt. Kurz vor Ende des Krie­ges wur­den noch über 9.000 Häft­lin­ge aus dem KZ Neu­en­gam­me nach Sand­bos­tel ver­legt. Ein Drit­tel von Ih­nen über­leb­te nicht. In den Jahr­zehn­ten nach dem Krieg droh­te das La­ger dem Ver­ges­sen und der Ver­drän­gung an­heim zu fal­len. Erst in den 1970er-Jah­ren be­gann all­mäh­lich die ak­ti­ve Er­in­ne­rung an die Ver­bre­chen im und um das La­ger Sand­bos­tel, doch es sol­le bis nach der Jahr­tau­send­wen­de dau­ern, bis es zu ei­ner Ge­denk­stät­te samt Mu­se­um um­ge­wan­delt wurde.

Ge­ra­de in Zei­ten, in de­nen die Er­in­ne­rung an den Hor­ror des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und die Mah­nung zu­neh­mend öf­fent­lich in Fra­ge ge­stellt und ab­ge­lehnt wird, ist es wich­tig, die­ser Ent­wick­lung ent­schie­den ent­ge­gen­zu­tre­ten. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler des 10. Jahr­gan­ges ver­ste­hen das; sie zeig­ten sich zu­tiefst er­schüt­tert von der Rea­li­tät die­ses Ortes.


 

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